Deutsche Vizemeisterin im Ju-Jutsu Fighting

Am Schluss starrten alle nur noch auf die Anzeigentafel - wie würde das Rennen auf um den Meistertitel ausgehen? Dann stand das Resultat fest, Platz 1 ging nach Rastatt, Platz 2 nach Limburg und Platz 3 nach Mühlbachtal.

Mit vier Gegnerinnen startete Stephie in der U21 -70kg, darunter auch die Bundeskaderathletin Sylvia Gagny aus Rastatt, der Stephie schon in der U18 gegenüber stand. Im ersten Kampf der Klassen standen sich Julia Maier vom JJC Mühlbachtal und Pia Heinemann vom TSV Leese gegenüber. Beide hochgewachsen, agierten sie in der Hauptsache in Part I mit Handkantentechniken zum Hals, wiesen aber Schwächen in Part II und Part III auf. Maier entschied die Begegnung 19:15 für sich. Nun stand Stephie in ihrem ersten Kampf - gegen Gagny aus Rastatt. Stephie arbeitete konzentriert und konsequent und ließ sich von der Bundeskaderkämpferin nicht die Butter vom Brot nehmen. Immer wieder punktete sie mit ihrer schnellen Schlaghand. Als Gayny bei ihrem viel zu langsam und inkonsequent angesetzten abgeknieten Schulterwurf auf die Knie ging stieg Stephie ein und holte sich ohne mögliche Gegenwehr ihren Ippon Part III. Stephie baute ihren Vorsprung aus, konnte sich einen guten Griff in Part II erarbeiten, warf Harai-goshi und siegte vor Ablauf der Kampfzeit mit 14:0 Punkten durch technische Überlegenheit. Ebenfalls mit 14:0 Punkten in 46 Sekunden siegte im Anschluss Maier gegen Julia Nüßen vom DSC Gelsenkirchen. Technische Überlegenheit verzeichnete dann auch Gagny gegen Heinemann. In ihrem Kampf gegen Nüßen sicherte sich Stephie bereits in der ersten Atemikombination ihren Ippon Part I. Leider fehlte dem Harai-goshi in ihrer zweiten Aktion die letzte Konsequenz, so dass hier nur eine kleine Wertung gegeben wurde. Die Haltetechnik am Boden brachte Ippon Part III. Im zweiten Ansatz stimmte auch der Wurf - Stephie siegte nach 39 Sekunden durch technische Überlegenheit. Der Kampf Maier - Gagny, den Gagny mit 22:29 für sich entschied, spielte sich in der Hauptsache in Part I ab. Beide kassierten Strafen wegen Passivität Part II. Nur in einem Fall konnte Gagny ihren abgeknieten Schulterwurf an- und durchsetzen. Die Begegnung gegen Heinemann gestaltete sich nicht so problemlos. Vor allem den Wechsel in die Konterrolle konnte Stephie mit ihrem Drang nach vorne nicht immer einhalten. Mit Ippon in Part I und Part III sicherte sich Stephie mit 18:13 Punkten dennoch den Sieg. Gagny sicherte sich gegen Nüßen durch techniksche Überlegenheit ihren nächsten Sieg. In ihrem letzten Kampf gegen Maier zeigte Stephie Nerven. Sie konnte zunächst nicht in die Konterrolle wechseln, ließ sich von ihrer Gegnerin immer wieder in ihre Atemitechniken ziehen und geriet in Rückstand. Nach einem halbherzigen Wurfansatz gelang der Mühlbachtalerin sogar noch eine Würgetechnik am Boden. Erst jetzt wurde Stephie wieder wach, stellte sich auf Kontertechniken ein, punktete, ging schneller in Part II über und sammelte zwei kleine Wertungen mit Harai-goshi. Leider kam der saubere Wurf, der Stephie auch eine Haltetechnik garantiert hätte, einen Augenblick zu spät. Mit 10:13 Punkten musste Stephie den Kampf abgeben. Überraschend gestaltete sich der letzte Kampf der Klasse: Heinemann gegen Nüßen, der mit 16:16 Punkten endete und Nüßen mit Ippon Part I und Part II gegenüber Ippon Part I Heinemann siegte.

Die Bilanz bis dahin: Koch - 3 Siege, 1 Niederlage
Gagny - 3 Siege, 1 Niederlage
Maier - 3 Siege, 1 Niederlagen
Nüßen - 1 Sieg, 3 Niederlagen
Heinemann - 4 Niederlagen

Die Entscheidung - ein Rechenexempel.

Das Resultat - Platz 1 Gagny, Platz 2 Koch, Platz 3 Maier, Platz 4 Nüßen, Platz 5 Heinemann

Ungeachtet dieses Ergebnisses steht fest. Stephie war die technisch sauberste Kämpferin, die ihre Fähigkeiten in Part I, Part II und Part III klar dargestellt hat.

Text und Bild: Hilka Verhoeven