Mit 12 Medaillen bei 12 Kämpfern bescherten die Ju-Jutsu Kämpfer des Judo-Club Limburg 1952 e.V. sich und dem Trainerteam einen furiosen Abschluss der Wettkampfsaison 2010.
Erstmals stand Niklas Rau in der U10 männlich bis 27kg auf dem Wettkampfparkett. Da hier nur ein weiterer Kämpfer startete, hatte Niklas gegen diesen einen Hin- und einen Rückkampf zu bestreiten. Bereits ab der ersten Sekunde zeigte unser Kämpfer, wer in der Begegnung den Ton angibt und ließ seinem Kontrahenten überhaupt keine Gelegenheit zum Kampf zu finden. Nach einer großen Wertung im Part 1, gelang es Niklas seinen Gegner mit einem traumhaften Schulterwurf in die Bodenlage zu bringen und dort über 15 Sekunden zu halten. Vor Ablauf der regulären Kampfzeit beendete er damit die Begegnung mit technischer Überlegenheit. Zum Rückkampf trat sein Gegner gar nicht erst an, sodass der Sieg Niklas durch Aufgabe des Gegners zugesprochen wurde und er damit Platz 1 belegte.
Platz 1 erkämpfte sich auch Aline Altenbrandt in der weiblichen U12 bis 40kg.
In ihrer ersten Begegnung gegen ihre Gegnerin aus Wiesbaden schenkten sich beide Kämpferinnen im Part 1 nichts. Beide lieferten sich mit den erzielten Wertungen ein spannendes Kopf an Kopf-Rennen. Leider setzte Aline ihre Wurfansätze nicht konsequent genug durch, womit sie wichtige Punkte verschenkte. Stärke bewies Altenbrandt dagegen in Bodenkampf. Hier boten sich der Wiesbadenerin keine Chancen sich durchzusetzen, sodass unsere Kämpferin die Begegnung für sich entschied.
Im Rückkampf trat Aline erneut souverän auf und agierte noch offensiver und mutiger. Zwar gelang es ihr auch diesmal nicht eine große Wertung im Wurfbereich zu erzielen, der Vorsprung von zehn Punkten im Endergebnis sprach allerdings für eine deutliche Leistungssteigerung und einen berechtigten Sieg in der Gesamtwertung.
Seinen ersten Ju-Jutsu-Wettkampf bestritt auch Yannick Kern in der U15 männlich über 66kg, in der nach oben offenen Klasse. Yannick hatte bei einem Gegner zwei Kämpfe zu bestreiten. Sein Gegner vom Bushido Erlensee brachte noch etwa 10kg mehr Gewicht auf die Waage. Etwas zurückhaltend im Part 1 agierend, spielte Yannick als erfolgreicher Judoka seine Stärken im Wurf- und Bodenbereich aus, wobei sich gerade der Kampf am Boden gegen den schwereren Gegner als kräftezehrend erwies. Nach Ablauf der Kampfzeit verzeichnete er einen Vorsprung von zwei Punkten. Auf den Rückkampf neu eingestellt, zeigte sich Yannick offensiver und durchsetzungsfähiger im Atemibereich, punktete schnell mit zwei herrlichen Wurftechniken und beendete den Kampf durch technische Überlegenheit vorzeitig, nachdem er seinen Kontrahenten über 15 Sekunden am Boden halten konnte. Damit hieß es auch für Kern Platz 1.Ärgerlich war hier, dass die Zeitnehmer am Kampftisch die Anzeige des Hauptmattenrichters zu spät bemerkten und die Haltezeit tatsächlich bedeutend länger war.
Ein wenig Pech hatte das Team bei der Besetzung der männlichen U12 bis 34kg. Hier traten gleich drei Kämpfer aus Limburg gegeneinander an.
Elias Rosenberg startete als Favorit in der Klasse, hatte aber in seiner ersten Begegnung gegen seinen Vereinskameraden Hassan Göpteke vor allem Probleme im Wurfbereich. Nach Ablauf der regulären Kampfzeit zeigte die Wertungstafel einen Punktegleichstand. Da Rosenberg allerdings insgesamt mehr hohe Wertungen zu verzeichnen hatte, wurde ihm der Sieg zugesprochen. Gegen seinen zweiten Kontrahenten Hüseyin Göpteke hatte Rosenberg endlich zu seiner Form gefunden und beendete die Begegnung vor Ablauf der regulären Kampfzeit durch technische Überlegenheit. Die Geschwister Göpteke bestritten den Auftaktkampf dieser Klasse. Beide schenkten sich nichts, aber keiner der beiden Brüder konnte für sich einen Vorsprung herausarbeiten. Auch für sie zeigte die Wertungstafel einen Gleichstand, sodass die Unterbewertungen den Ausschlag für den Sieg gaben. Platz 2 belegte Hüseyin Göpteke, Platz 3 Hassan Göpteke.
Ju-Jutsu-Neueinsteigerin Emily-Joe Kern startete in der U10 weiblich bis 25kg. Die Limburgerin beherrschte ihre Gegnerin aus Erbach vor allem im Part 1 und konnte hier punkten. Probleme bereitete Emily, dass sich die Erbacherin permanent ihrem Griffkontakt entzog und damit die Auseinandersetzung im Wurfbereich deutlich erschwerte. Die daraus resultierende Ungeduld Emilys nutzte die Gegnerin aus, konterte einen Wurfansatz und konnte dann auch durch eine Haltetechnik am Boden einen Punktevorsprung aufbauen.
Diesen konnte Emily leider nicht mehr aufholen und musste die Begegnung abgeben. Souveräner und konsequenter präsentierte sie sich dann in ihrem zweiten Kampf. Hier ließ sie nichts anbrennen und beendete die Begegnung nach gerade 82 Sekunden mit technischer Überlegenheit, wobei die Limburgerin diesmal auch ihre Erfahrungen aus dem Judo-Wettkampf mit einfließen ließ.
Mit ihren Leistungen in der zweiten Begegnung erkämpfte sich Emily aber nicht nur die Silbermedaille, sondern auch einen Pokal für den schnellsten Kampf in der Klasse der weiblichen U10.
Mit einem 2. Platz beendete Hannah Lux ihre Saison in der Altersklasse U12. In der Klasse bis 36kg fand ihre Gegnerin aus Kell am See gegen die offensiv und souverän agierende Hannah kein Rezept, so dass sie bereits vor Ablauf der regulären Kampfzeit durch technische Überlegenheit siegte. Eine deutliche Leistungssteigerung zu der letzten Begegnung beim Internationalen Deutschlandpokal in Hamburg zeigte Hannah gegenüber ihrer routinierten Gegnerin aus Erbach. Im Bereich der Atemitechniken inzwischen gleichwertig, gelang es Hannah allerdings nicht, sich im Wurfbereich durchzusetzen und musste hier Punkte und die Begegnung abgeben.
Platz 2 erkämpfte sich auch Jan Becker in der U15 männlich bis 41kg. Nahezu hilflos wirkte sein Gegner aus Wiesbaden, der gegen den schnell und offensiv kämpfenden Jan nichts ausrichten konnte. So konnte unser Kämpfer die erste Begegnung durch technische Überlegenheit für sich entscheiden. Schwerer gestaltete sich der Kampf gegen den Kaderathleten aus Erbach. Der Erbacher baute im Atemibereich einen Punktevorsprung auf und zeigte auch im Wurfbereich mehr Ideenreichtum. Jan gelang es im Laufe der Begegnung leider nicht, den Rückstand aufzuholen und musste den Kampf abgeben.
In seinem Debüt stieß Clemens Schellhorn in der männlichen U12 bis 38kg auf zwei Gegner, die bereits länger im Wettkampfgeschäft mitmischen. Davon ließ sich Clemens allerdings nicht abschrecken und bot seinen Kontrahenten vor allem im Part 1 Paroli. Dagegen blieb seine Zurückhaltung im Wurfbereich gegen seine Kontrahenten nicht ungestraft. Obwohl diese dort keinen besonderen Einfallsreichtum aufwiesen, nutzte Clemens sich bietende Chancen nicht aus und verschenkte damit seine Möglichkeiten, die Begegnungen für sich zu entscheiden. Im Endklassement bedeutete dies Platz 3.
Jan Henrik Dönges unterstrich seinen erfolgreichen Einstieg in den Ju-Jutsu-Wettkampf mit einem hart erkämpften 3. Platz in der stark besetzten U15 männlich bis 45kg. Bereits in der ersten Begegnung stand Jan einem Athleten mit langjähriger Kampferfahrung gegenüber. Augenscheinlich wurde er von dem Erbacher allerdings völlig unterschätzt. Jan, der für den Verein auch im Judo erfolgreich startet, verzeichnete für sich bereits nach wenigen Augenblicken eine große Wertung im Wurf- und Bodenbereich. Der erfahrene Erbacher schaltete in der Taktik um und verlegte sich in der Hauptsache auf lange Phasen im Part 1. Hier zeigte Jan noch Schwächen und kassierte sogar zwei Verwarnungen wegen Passivität. Trotz einer weiteren großen Wertung im Wurfbereich musste unser Kämpfer den Kampf abgeben. Besser lief es in der zweiten Begegnung. Mit einer sauberen Fausttechnik sicherte sich Jan einen Ippon im Part 1 und spielte dann seine Stärken in Wurf- und Bodenbereich aus. Nach bereits 50 Sekunden siegte der Limburger mit technischer Überlegenheit. Einen weiteren Sieg mit einem klaren Punktevorsprung verzeichnete Jan gegen seinen Kontrahenten vom PSV Wiesbaden.
Besonders spannend gestaltete sich diese Klasse, da bis zu Jans letzten Kampf bereits alle Starter mindestens einen Kampf abgeben mussten und Platz 1 sowohl für die zwei Kämpfer aus Erbach, als auch für den Limburger noch greifbar war. In seiner letzten Begegnung, die Jan gegen den zweiten Erbacher zu bestreiten hatte, punktete er zwar wieder schnell mit einer großen Wertung im Wurfbereich und einigen kleinen Wertungen im Bereich der Atemitechniken, verspielte allerdings seine Vorteile im Bodenkampf und damit die Chance auf einen Sieg. Eine angesetzte Hebeltechnik wurde von den Kampfrichtern nicht mehr gewertet, da sie erst nach Ablauf der Kampfzeit erfolgte.
Mit zwei harten Brocken hatte sich Sebastian Krätz in der U15 männlich bis 66kg zu messen. Obwohl beide Kontrahenten, vor allem der Kämpfer aus Erbach, ihm körperlich überlegen waren, konnte Sebastian beweisen, dass er sich in Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen zum letzten Turnier gesteigert hat. Verfolgt man den Entwicklungsprozess ist anzunehmen, dass er in der nächsten Saison in den Platzierungen weiter vorne mitmischen wird. Dazu wird sicherlich die regelmäßige Teilnahme am leistungsorientierten Wettkampftraining der Erwachsenen beitragen.
Herzlichen Glückwunsch zu diesen Leistungen.
Text und Bider: Hilka Verhoeven